Wege der Eidgenossen

Bevor die Eidgenossen in die Murtenschlacht eingreifen konnten, mussten Truppen aus den verschiedensten Orten der Schweiz mobilisiert werden. Ohne bequeme Transportmittel, auf unliebsamen Wegen und in einfachen Schuhen marschierten die Soldaten nach Murten. Dabei haben es lange nicht alle geschafft.

Die Wege der Eidgenossen

Fussmärsche über 100 km

Nach dem Entscheid der Eidgenossenschaft, sich Karl dem Kühnen bei Murten zu stellen, setzte in der ganzen Schweiz sowie im grenznahen Ausland eine für heutige Verhältnisse kaum vorstellbare Verschiebung ein. In wenigen Tagen absolvierten die verschiedenen Truppen Fussmärsche mit teilweise über 100 km Distanz.

Eidgenössisches Lager bei Ulmiz

Drei Tage vor der Schlacht wurde das eidgenössische Lager bei Ulmiz (beim heutigen Schiessstand) errichtet. Während die Berner mit 5'000 Mann noch hinter der Saane bei Gümmenen standen, trafen in Ulmiz stündlich weitere Verbündete ein. Die beiden Heere waren so nur noch eine Wegstunde voneinander weg entfernt.

Eintreffen in letzter Minute

Am 21. Juni fassten die Eidgenossen erstmals einen Angriff ins Auge, wobei auf dringende Intervention Luzerns hin, zugewartet wurde. Es fehlten nämlich noch die Kontingente aus Zürich und der Ostschweiz, die Reiterei von Herzog von Lothringen und jene Österreichs unter Graf Oswald von Thierstein.

Erst im Morgengrauen des 22. Juni erreichten die Zürcher Murten. In etwas mehr als zwei Tagen und einem Gewaltsmarsch von 130 km absolvierten sie die Strecke. Nicht alle waren diesen Strapazen gewachsen, etwa 600 Männer bleiben unterwegs zurück.

Kontingent der Eidgenossen

Schliesslich umfasste das Kontingent der Eidgenossen rund 25'000 Mann aus den folgenden Orten:

  • Bern
  • Zürich
  • Luzern
  • Uri
  • Schwyz
  • Obwalden
  • Nidwalden
  • Glarus
  • Zug
  • Freiburg
  • Greyerz
  • Solothurn
  • Wallis
  • Biel
  • Thun
  • La Neuveville
  • Städte und Bischofstum Basel und Strassburg, Thurgau, Baden, Freiamt, Colmar und Rottweil
  • Die Reiterei von Lothringen und Österreich