Historischer Hintergrund

Die Schlacht bei Murten am 22. Juni 1476 war ein Ereignis von europäischer Tragweite. Selten sind im Mittelalter auf einem einzigen Schlachtfeld so grosse Heeresmassen aufeinandergeprallt, kaum je sind die Verluste des besiegten Heeres so immens gewesen.

Markstein für die Eidgenossenschaft

Die Vernichtung der burgundischen Macht bedeutete für die europäische Geschichte, dass das vom burgundischen Herzog Karl dem Kühnen angestrebte Zwischenreich von der Rheinmündung bis Italien nicht zustande kam. Die Schlacht bei Murten war aber auch ein Markstein in der politischen und territorialen Entwicklung der Eidgenossenschaft und bedeutete – nach fast zweihundert Jahren Krieg - ihre rechtliche Anerkennung durch das Haus Habsburg.

Überraschender Sieg

Für die damalige Zeit war das burgundische Heer ein hochspezialisiertes und hochtechnisiertes Kriegsinstrument, das in ganz Europa lähmenden Schrecken verbreitete. Es bleibt somit umso erstaunlicher, und war schon für die ausländischen Zeitgenossen nicht ganz fassbar, warum die Schlacht bei Murten so ausging, wie sie ausgegangen ist. Eine Fehlbeurteilung durch Karl den Kühnen war die Ursache der Niederlage gegen die mit altertümlichen und einfachen Mittel, aber umso aufopfernder kämpfenden Eidgenossen.

Auch heute noch präsent

Der befreiende Sieg, dem eine schwere zwölftägige Belagerung des Städtchens Murten durch die Burgunder vorangegangen war und mit der beinahe vollständigen Vernichtung des burgundischen Heeres endete, ist auch heute noch sehr präsent. Alljährliche Feierlichkeiten wie die Murtner Solennität, das Historische Murtenschiessen und der Gedenklauf Murten-Freiburg erinnern an die damaligen Geschehnisse und ehren die Beteiligten.